Maststoffe bremsen Stoffwechsel - und wir merken es nicht




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Maststoffe bremsen Stoffwechsel - und wir merken es nicht

Beitragvon Sid » Mo 17. Feb 2020, 13:02

Abnehmen klappt nicht? Maststoffe bremsen Stoffwechsel - und wir merken es nicht

FOCUS-Online-Autorin Paula Schneider

Sie stecken selbst in gesunden Lebensmitteln: Maststoffe verursachen Krankheiten wie Diabetes, hemmen den Stoffwechsel und regen den Appetit an. Damit hindern sie uns daran, abzunehmen. Ernährungsexperte Golo Willand erklärt, wie Sie die heimlichen Dickmacher erkennen und umgehen.

Obwohl Sie sich ausreichend bewegen, obwohl Sie sich gesund ernähren, will es mit dem Abnehmen einfach nicht klappen? Vielleicht nehmen Sie Dickmacher zu sich, ohne es zu merken – sogenannte Maststoffe.

Gesundheitsjournalist Golo Willand beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema Ernährung. Dabei stieß er auf verschiedene Stoffe, die nachweislich den Stoffwechsel hemmen, die Insulinproduktion und somit den Aufbau von Fettdepots anregen. Kurz: Sie machen dick. Diese Stoffe bezeichnet Willand als „Maststoffe“.

Über den Experten
Golo Willand schreibt seit 20 Jahren als Journalist über Medizin und Ernährung. 2011 wurde er mit dem Felix Burda Award für einen Artikel über Darmspiegelungen ausgezeichnet. Zudem bietet er Vorträge, Fact-Checking und Hintergrundrecherchen zu Fragen rund um Medizin und Ernährung an.

Was sind Maststoffe?
Ursprünglich stammt der Begriff „Maststoffe“ aus der Tiermast. Schlachttieren werden bestimmte Stoffe ins Futter gemischt, damit sie mehr essen und schneller an Gewicht zulegen. Doch Maststoffe finden sich auch in gewöhnlichen Lebensmitteln.

„Maststoffe sind Stoffe, die den Stoffwechsel so manipulieren, dass die aufgenommene Energie zu einem weit größeren Teil in die Fettdepots geht als normalerweise. Dadurch wird die Energie dem Verbrauch entzogen“, erklärt Willand.

„Dieser Entzug aus dem Verbrauch führt dazu, dass der Appetit gesteigert wird, die aufgenommene Nahrung nicht satt macht. Damit sind sie einer der Hauptgründe, warum wir zu viel essen. Maststoffe hebeln die normale Sättigung aus und ermöglichen massiven Fettabbau.“ Diese Auswirkungen bezeichnet Willand als „Masteffekte“.

In seinen Recherchen beschäftigte sich Willand besonders mit der Forschung zu Fruktose, Fruchtzucker. Dabei stieß er auch auf andere Lebensmittel, die Körper und Stoffwechsel in ähnlicher Weise schaden können. Folgende sechs Gruppen ordnet der Ernährungsexperte den Maststoffen zu:

Glutamat
Glutamat kommt zwar auch in der Natur vor, wird vielen Lebensmitteln jedoch als Zusatzstoff beigesetzt. „Glutamat ist als Geschmacksverstärker bekannt, es handelt sich dabei jedoch viel mehr um einen Appetitverstärker“, erläutert der Ernährungsexperte. „Studien zeigen: Wenn Lebensmitteln Glutamat zugesetzt wird, essen wir viel mehr davon.“

Aufgepasst: In der Zutatenliste versteckt es sich auch oft hinter den Begriffen „Hefeextrakt“, „Aroma“, „Würze“, außerdem hinter den Kürzeln „E620“ bis „E625“ sowie seine Booster „E626“ bis „E635“.

Glutamat steckt in vielen Fertigprodukten und Gewürzmischungen, oft werden Chips, Soßen und Suppen damit verfeinert.

Fruktose
„Fruktose ist kein Nährstoff, unser Körper benötigt sie gar nicht“, erklärt Willand. „Sie wird vom Körper größtenteils in Fett und Glukose umgewandelt, außerdem regt sie die Harnsäurebildung stark an – das fördert den Masteffekt.“

In frischem Obst steckt neben der der fettaufbauenden Fruktose auch reichlich Vitamin C. Das Antioxidans stoppt den Fettaufbau , frische Früchte sind also sehr gesund und können beim Abnehmen sogar helfen. Je länger Früchte jedoch gelagert werden, desto weniger Vitamin C enthalten sie. Vom Verzehr überreifer Früchte rät Willand deshalb ab.

Fruktose steckt als Maststoff beispielsweise in Marmelade, Sirup, Trockenfrüchten, Säften und Dressings.

Süßstoffe
Süßstoffe haben meist nur sehr wenige, oft sogar gar keine Kalorien. Wer eine Cola Light anstatt der normalen, zuckerhaltigen Variante trinkt, hofft, damit abzunehmen. „Das funktioniert so aber nicht“, erklärt der Ernährungsexperte. „Süßstoffe mögen zwar zunächst Zucker sparen, dennoch geben manche Süßstoffe dem Gehirn das Signal, Insulin auszuschütten. Das lässt den Blutzucker rapide nach unten fallen, was wiederum Appetit und Heißhungerattacken schürt.“

Andere Süßstoffe würden den Energieverbrauch absenken, die Darmflora stören oder den Spiegel des Wohlfühlbotenstoffs Serotonin im Gehirn senken. „Auch das erzielt wieder Masteffekte“, erklärt Willand.

Süßstoffe finden sich neben Diätprodukten auch in Kaugummi, Süßwaren, Desserts und Speiseeis.

Glukose
Wir benötigen Glukose als Energiequelle für unser Gehirn. „In der falschen Kombination wird sie jedoch auch selbst zu einem Maststoff“, warnt Willand. Hauptnahrungsquelle für Glukose ist die Stärke aus Getreide oder Kartoffeln. Wenn diese jedoch zu trocken gegessen wird, ohne ausreichend Wassergehalt, dann kann es passieren, dass der Körper einen Großteil der enthaltenen Glukose selbst in den Maststoff Fruktose umwandelt.

„Auslöser ist der plötzliche Wasserentzug im Körper“, erklärt Willand. „Bei Knabberzeug wie Cracker und Chips wird dieser Masteffekt durch den großzügigen Zusatz des Wasserräubers Salz noch einmal gesteigert.“ Aber auch Glukose aus Reiswaffeln, Knäcke- und Toastbrot ist zu trocken. Hingegen enthalten Nudeln, Brot und natürlicherweise Kartoffeln noch erhebliche Mengen Wasser zur gesunden Verwertung.

„Kohlenhydratreiche Lebensmittel liefern zu wenig Magnesium, um die enthaltene Energie zu verbrennen. Die wird dann stattdessen deponiert“, erklärt Willand. Deshalb sollten diese möglichst mit Gemüse kombiniert werden, denn das liefert reichlich Magnesium. Das ist bei den mineralienarmen Weißmehlprodukten umso wichtiger.

Damit der Blutzuckerspiegel nicht zu schnell ansteigt, sollten Brot und Nudeln mit Fett kombiniert werden. Das bremst die Glukose-Aufnahme. Ein wenig Säure bewirkt dies noch deutlicher. Deshalb sollten Sie Sauerteigbrot bevorzugen.

„Wenn hingegen der Blutzucker nach oben schnellt, schütten wir viel Insulin aus. Dann wird die Glukose in Fett umgewandelt, anstatt verbrannt zu werden“, erklärt der Ernährungsexperte. „Damit ist die Glukose für das Gehirn als Energiequelle verloren, eine Rückumwandlung findet praktisch nicht statt.“ Dabei fällt der Blutzuckerspiegel wieder nach unten, wir empfinden ein Verlangen nach Süßem - und der Teufelskreis beginnt von vorne.

Problematische Glukose steckt nicht nur in Knabberzeug und Süßigkeiten wie Schokolade, Keksen und Kuchen, sondern auch in Reiswaffeln und Hefebrot.

Eiweiße
„Für sich genommen machen Eiweiße nicht dick“, erklärt Willand, „hier kommt es auf das Verhältnis der enthaltenen Aminosäuren in einer Mahlzeit an.“ Milch, besonders Molke, aber auch Getreide pur enthalten zu viel von der Aminosäure Leucin. Diese regt stark die Insulin-Ausschüttung an und verdrängt die Aminosäure Tryptophan an der Blut-Hirn-Schranke. Wir bilden dann zu wenig Serotonin und bekommen unbändigen Appetit auf Kohlenhydrate.

Wer beispielsweise Milch zum Essen trinke, versetze den Körper automatisch in den Mastmodus – und bildet dreimal so viel Insulin – sodass aufgenommene Kohlenhydrate direkt in die Fettdepots geleitet werden. In Käse ist die Aminosäurenzusammensetzung viel besser. Eine Scheibe Lachs oder Roastbeef auf dem Brot bringt das Missverhältnis im Getreide ebenfalls in die Balance.

Besonders Leucin-lastig sind Frischmilch, Frühstückszerealien mit Milch und Hülsenfrüchte.

AGEs
„AGEs sind hoch ungesunde Verbindungen aus Eiweißen und Zucker“, erklärt Willand. Die Abkürzung steht für „Advanced Glycation Endproducts“, zu Deutsch: glykierte Reaktionsprodukte. Insbesondere Fruktose reagiere sehr gerne mit Eiweißen, beispielsweise entstehen beim Anbraten in der Pfanne Bräunungs- und Röststoffe. „Diese sind besonders lecker, sind aber leidet auch besonders entzündungsfördernd.“

Stumme Entzündungen im Körper verstärkten die Alterungsprozesse und die Insulinresistenz. So wird weit mehr Insulin produziert als es der Körper benötigt. „Damit wandert die Nahrungsenergie wieder in unsere Fett-Depots.“

Willand zufolge sind AGEs dafür verantwortlich, dass Fast Food sich so großer Beliebtheit erfreut. „Da wird alles auf AGEs getrimmt“, erklärt er. „Aber auch zu Hause, wenn wir Fleisch braten oder im Ofen Käse kross backen, produzieren wir AGEs.“

AGEs finden sich in knusprig geschmolzenem Käse, gebackenem und gebratenem Fleisch sowie Spiegeleiern.

So umgehen Sie Maststoffe
„Haben Sie keine Angst vor den Maststoffen“, sagt Willand. „Es ist immer eine Mengenfrage. Reduzieren reicht, mehr ist auch nicht möglich. Aber dafür muss man die Maststoffe kennen.“

Um beispielsweise AGEs zu reduzieren, rät er: „Marinieren Sie Ihr Fleisch vor der Zubereitung mit Zitronensaft und Kräutern, die sorgen nicht nur für einen guten Geschmack, sondern sind auch reich an wertvollen Antioxidantien.“ Danach solle man das Fleisch nur kurz anbraten und dann mit Wein ablöschen und schmoren lassen. „Auf diese Weise geschmorte Hähnchenschenkel enthalten im Vergleich zu den Chicken Nuggets aus dem Fastfood-Restaurant nicht einmal ein Zehntel der AGEs.“

Um die fettaufbauende Wirkung der Fruktose zu umgehen, rät Willand dazu, anstatt überreifem Obst, Fruchtsaft und Marmelade lieber frische Früchte zu essen. „Am besten essen Sie Obst direkt als Nachtisch oder zum Pausenbrot dazu, nicht allein. So kann der Körper die enthaltene Energie gleich verbrennen. Auch frisches oder gekochtes Gemüse ist quasi maststofffrei.“

Außerdem erklärt Willand: „Softdrinks und Säfte sind dagegen echte Turbodickmacher und sollten, wenn überhaupt, nur ausnahmsweise getrunken werden – und dann schön langsam und am besten als Getränk zum Essen.“ Bessere Durstlöscher seien Wasser und ungesüßter Tee.


Quelle: FOCUS Online https://www.focus.de
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