Depression bei Diabetes




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Depression bei Diabetes

Beitragvon Sid » Do 10. Jul 2014, 08:31

Depression bei Diabetes: Biologische Mechanismen erhöhen das Risiko

CHICAGO, 9. Juli (Biermann) – US-amerikanische Wissenschaftler haben möglicherweise die biologische Ursache dafür entdeckt, warum Menschen mit Diabetes häufiger an Depressionen erkranken als der Durchschnitt der Bevölkerung.

Danach führen die hohen Blutzuckerwerte bei Patienten mit Typ-1-Diabetes zu einem erhöhten Glutamat-Titer im Gehirn und verändern die Verknüpfungen zwischen Gehirnregionen, die für die Verarbeitung von Emotionen verantwortlich sind.

„Bislang war die gängige Meinung die, dass Diabetes-Patienten deshalb häufiger an Depressionen erkranken als Menschen ohne die Stoffwechselstörung, weil sie die aufgrund der chronischen Erkrankung und des damit verbundenen Aufwands erhöhtem Stress ausgesetzt sind“, erklärten Dr. Nicolas Bolo vom Beth Israel-Deaconess Medical Center und Dr. Donald Simonson vom Brigham and Women's Hospital in Boston. „Allerdings deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass hohe Blutzuckerwerte Patienten mit Typ-1-Diabetes auf biologischem Weg für Depressionen anfällig machen.“

Die Forscher hatten 19 Erwachsene untersucht, die nicht unter Depressionen litten: acht Teilnehmer hatten einen Typ-1-Diabetes, elf waren gesund. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer betrug zwischen 26 und 29 Jahren. Mit Hilfe funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) und Magnetresonanzspektroskopie untersuchten die Wissenschaftler den Glumatatspiegel der Probanden im Gehirn. Hohe Spiegel des Botenstoffs stehen mit Depressionen in Zusammenhang.

Die Gehirnscans führten die Forscher sowohl bei normalem (90 - 110 mg/dl) als auch bei erhöhtem (180 -200 mg/dl) Blutzuckerspiegel nach einer Glukoseinfusion durch.

Bolo erklärte, dass der akut steigende Blutzuckerspiegel die Verknüpfungen zwischen Hirnregionen, die für die Selbstwahrnehmung und Emotionen verantwortlich sind, bei Diabetikern deutlich stärker schwächte als bei den Kontrollpersonen. Außerdem waren die Verknüpfungen im Gehirn von schlecht eingestellten Diabetikern, erkennbar an einem hohen Hämoglobin-A1c-Level, deutlich schwächer als die im Gehirn von Teilnehmern mit einem niedrigen Hämoglobin-A1c-Spiegel.

Darüber hinaus erhöhten die steigenden Blutzuckerwerte bei den Diabetikern den Glutamat-Titer in einer Gehirnregion, die für die Kontrolle von Emotionen verantwortlich ist, nicht aber bei den Kontrollpersonen.

Nach Ansicht von Simonson erhöhen diese Veränderungen im Gehirn das Risiko, an einer Depression zu erkranken. Entsprechend erreichten die Diabetiker bei einer Untersuchung auf Depressionen mit Hilfe eines Fragebogens schlechtere Werte als die Kontrollpersonen. Dennoch seien ihre Werte weit von dem Bereich entfernt gewesen, der auf eine Major Depression hindeutet, betonte der Forscher.

„Unsere Ergebnisse helfen möglicherweise dabei, Depressionen bei Menschen mit Diabetes besser zu behandeln“, fasste Bolo die Ergebnisse zusammen.


Quelle: The Endocrine Society, 22.07.2014; gemeinsame Tagung der International Society of Endocrinology und der Endocrine Society Chicago, USA



Pressemitteilung: BD Medical - Diabetes Care http://www.bd.com/de/diabetes
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